Von der Musik inspiriert vor dem Perfect Day entstand dieser Text (und von Marcella´s toller Memorie Geschichte)
Ich drehe mich um Sekunde für Sekunde, ich drehe mich nach dir, doch greife ins Leere. Du bist fort, doch die kalte Decke ließt du mir zurück. Diese Seite wird für immer kalt bleiben. Bist du mir doch nah in Gedanken, so schwindest du wieder , oder du schwindest nicht, du bist formlos, ein Mensch ohne Gesicht, du bist ein Gefühl, eine Gewissheit, du bist mehr als nur Körperwärme.Du bist mein Gedanke , meine Luft , die Wärme in meinem Körper, du bist mein Motor.
Doch der Motor schlägt taktlos, die Wärme verliert sich, die Luft kratzt rauh, doch mein Kopf ist voll von dir. Verließt du mich doch nicht, könntest du überhaupt für immer bleiben? Und wenn doch oder auch wenn nicht ich wünschte es trotzdem, denn ich weiß immer noch zu wenig oder nie zu viel über dich. Ich fühle mich unvollkommen und schuldig, doch deine Krankheit nahm mir die Chance, genau wie ich sie nahm mir zu verzeihen.
Der Text zum Gegenstand im Raum im Perfect Day
„ Ein Café also, ein Ort an dem das schwarze Gold durch das Land der dürre und Folter fließt. Ununterbrochen rauscht es durch die Maschinerie der technisierten Gesellschaft in unsere Gegenwart. Hingen hier einst noch kleine Kristallkronleuchter , so thronen dort heute spektakuläre Neonlampen. Alles im Wandel und im Fluss, wie das elende Rauschen der Kaffeemaschine. Menschen treten ein und gehen mit gefüllten Bäuchen, sowie einer geballten Ladung Hyperaktivität wieder heraus. Niemand weint eine rote Träne der abendlichen Morgensonne nieder, welche sich Tag und Nacht über die Gepeinigten und Peiniger erstreckt. Auch wenn ich es verabscheue, oder es verabscheuen sollte als Mensch, so bin ich doch Teil davon. Ich bin das fehlende Puzzleteil, welches sich zu einem zyklischen Gebilde fügt, absurderweise sitze ich an eben diesem Gebilde. Ironischerweise ist dies Gebilde alles was uns verbindet, denn ein Tisch macht eine Sache erst rund. Wird eine Sache zu Tisch gebracht, so wird sie dort erst vollständig, denn an Tischen werden Gesetze gemacht und Entscheidungen gefällt. Sowohl die Ausbeutung als auch der Konsum sind Teil eines Paktes mit dem Tisch. Er ist ein Gesetz welches ich mit ihm geschlossen habe und sowohl der den auch andere geschlossen haben, während wieder andere Tische über das Schicksal der Ausgebeuteten entscheiden, welcher letztendlich auch mein Tisch ist. Die Tatsache das ich hier schon sitze ist eine formale Bestätigung, dass ich diesen Packt schon mit meinem Gewissen geschlossen habe.“
Ich hebe meine Hand und bestelle einen schwarzen Kaffee.